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Skyborg – unbemanntes Kampfflugzeug: Die als Air Force Research Laboratory (ARFL) bezeichnete Forschungsdienststelle der US-amerikanischen Luftwaffe will bis 2023 den Prototypen eines unbemannten Jagdflugzeugs entwickeln. Das als Skyborg bezeichnete Konzeptflugzeug soll zur Entwicklung eines serienmäßig hergestellten unbemannten Jägers führen, der im Verbund mit bemannten Jagdflugzeugen eingesetzt werden könnte.

Das erste von fünf geplanten Testflügen des Versuchsflugzeugs XQ-58A Valkyrie über dem Yuma-Testgelände in Arizona (Foto: U.S. Air Force)

Skyborg Programmmanager Ben Tran erklärt, dass die Air Force ein kostengünstiges Flugzeug sucht, das in größeren Stückzahlen eingesetzt werden könnte. Es geht auch darum leistungsstarke unbemannte Fluggeräte zu erwerben,  deren Verlust im Gefecht gegen hochentwickelte Gegner akzeptabel wäre.

Die Künstliche Intelligenz des Flugzeugführungssystems soll skalierbar sein; wie selbstständig das Unbemannte Gerät (UAV) ist, wird von Einsatz zu Einsatz variieren. Die Kontrolle über das UAV wird wahlweise von einem bemannten Jagdflugzeug, einem Führungsflugzeug (AWACS, JSTARS) oder einer Bodenstation aus erfolgen. Im Verbund mit bemannten Jägern soll Skyborg die gefährlichsten Einsätze durchführen.

Vom Standpunkt Reichweite, Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit muss das UAV mit bemannten Jägern – vor allem F-35 und F-22 – mithalten. Stealth-Eigenschaften oder zumindest eine reduzierte Radar- und Wärmesignatur sind erforderlich. Sprecher des Forschungslabors betonen, dass noch kein bestimmter Flugzeugtyp oder -entwurf für Skyborg festgelegt wurde. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Bekanntgabe des Skyborg-Programms kurz nach dem erfolgreichen Jungfernflug des XQ-58 Valkyrie UAVs erfolgte. Die 8,75 Meter lange XQ-58 wird durch die Firma Kratos in Zusammenarbeit mit einem Forschungslabor entwickelt. Das Versuchsflugzeug XQ-58 kann acht Bomben der 250 Kilo-Klasse (Small Diameter Bomb, SDB) intern führen. Die Reichweite beträgt 2.100 Seemeilen bei einer Fluggeschwindigkeit von 0,85 Mach.

Allerdings entwickelt auch Boeing ein 11,7 Meter langes taktisches UAV mit einer geplanten Reichweite von 2.000 Meilen. Die Entwicklung erfolgt im Auftrag der australischen Streitkräfte unter dem Programmnamen Loyal Wingman. Beide unbemannten Flugzeuge – oder das Konzept eines Drittanbieters – wären Kandidaten für das Skyborg-Programm.

Ein Schützenpanzer Bradley der U.S. Army bei der Erprobung des GVCS-Tarnanstrichs (Foto: U.S. Army)

Infrarotdämmung für Gefechtsfahrzeuge: Die U.S. Army hat einen als Ground Vehicle Coating System (GVCS) bezeichneten Überzug entwickelt, der die Wärmesignatur von Fahrzeugen reduziert. Dies erschwert die Ortung durch Infrarotsensoren. Zusätzlich reduziert GVCS die Wirkung von chemischen Kampfstoffen. Der Überzug ist in den Farben des für Einsätze in Europa verwendeten Waldtarnanstrichs sowie im Wüstentarnanstrich erhältlich. Sämtliche Gefechtsfahrzeuge des US-Heeres einschließlich Kampf- und Schützenpanzer sowie selbstfahrende Artillerie sollen den Überzug erhalten. Die serienmäßige Einführung beginnt 2021. Für Schnellboote des USSOCOM (U.S. Special Operation Command, Spezialkräfteoberkommando der Vereinigten Staaten) wurde ferner eine graue Variante entwickelt.

China soll START-Vertrag beitreten: US-Außenminister Mike Pompeo rief am 10. April China dazu auf, an den Verhandlungen über den nächsten START-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty, Vertrag zur Verringerung strategischer Waffen) teilzunehmen. Das 2011 in Kraft getretene New START/Rüstungskontrollabkommen zwischen den USA und Russland läuft 2021 aus, kann aber mit Zustimmung beider Vertragsparteien um fünf Jahre verlängert werden. Sowohl Washington wie Moskau bezeugen Bereitschaft zu Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung.

Angesichts des fortschreitenden Ausbaus des chinesischen Kernwaffenarsenals wäre es angebracht, wenn sich auch Peking an der Verhandlungsrunde beteiligen würde, erklärte Pompeo vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats. „Wir müssen gewährleisten, dass alle relevante Parteien Bestandteil (des Abkommens) sind”, sagte Pompeo mit Verweis auf China. „Vielleicht lässt sich dieses Ziel nicht verwirklichen. Es kann sein, dass wir letztendlich nur mit Russland arbeiten. Aber wenn wir über atomare Fähigkeiten sprechen, die eine Gefahr für die Vereinigten Staaten darstellen, dann (müssen wir feststellen), dass wir in einer gänzlich anderen Welt (als vor zehn Jahren) leben.“ Chinas Außenamtssprecher Lu Kang erklärte am 11. April, dass Peking das Konzept der atomaren Abrüstung begrüße, meinte aber, dass Russland und die USA als weltweit größte Atommächte in dieser Beziehung die Primärverantwortung tragen.

Autor: Sidney E. Dean ist Präsident der Transatlantic Euro-American Multimedia LLC.