Print Friendly, PDF & Email

Die schwierige Bergung der teilweise versunkenen HNoMS ‚Helge Ingstad‘ begann am frühen Dienstagmorgen des 26. Februar. Die Operation wurde aufgrund rauer Witterungsbedingungen mehrmals verschoben (wir berichteten). Die Fregatte wurde zwischen den beiden Schwimmkränen ‚Rambiz‘ und ‚Gulliver‘ vertäut und – entgegen den ursprünglichen Absichten – vorerst in den nahegelegenen Hafen Hanøytangen verbracht.

Sie war zu schwer, um gleich auf einen Lastkahn verladen zu werden. Gleichwohl wurde während des Hebevorgangs festgestellt, dass der Schiffskörper mehrere hundert Tonnen Auftrieb hatte, was auf Lufteinschlüsse hindeuten kann. Mittlerweile einigermaßen gesichert, fanden in Hanøytangen ab vergangenen Donnerstag (28. Februar) die ersten Schadensbewertungen statt. Ein Team der Marine, ausgerüstet mit Sauerstoffflaschen und Trockentauchanzügen, untersuchte Schritt für Schritt das Innere der Fregatte.

Helmkameras dokumentieren das Vorgehen und den Zustand des Schiffes. So hoffen die Ermittler, Hinweise zu erhalten, welche wasserdichten Türen geschlossen waren und welche zum Zeitpunkt des Untergangs offengelassen wurden. Wichtige Details, um die Abläufe um den Untergang zu rekonstruieren, in wasserdicht gebliebenen Abteilungen bzw. Räumen können unbeschädigte Geräte vorhanden sein.

Foto: Royal Norwegian Navy

Rund 300 Mitarbeiter – darunter über 100 Mitglieder der ‚Helge Ingstad‘-Crew – stehen bei den ersten Bergungs- und Untersuchungsarbeiten zur Verfügung. Es gilt soweit wie möglich Wrackteile zu sichern und zu konservieren, um, wie z.B. bei Teilen der Navigationsausrüstung, die späteren Untersuchungen zu optimieren und den Verlauf zu dokumentieren. Auch sollen andere Rückschlüsse möglich werden – z.B. zur Konstruktion, zur Ausbildung, zur Schiffssicherung.

Gleichzeitig wurde weiter daran gearbeitet, das Wrack auf eine Transportbarge zu setzen – zum Weitertransport in die Marinebasis Haakonsvern (bei Bergen). Dort ist das Schiff heute (04. März) angekommen.

Angesichts des Zustandes kann das weitere Vorgehen um die ‚Helge Ingstad‘ noch nicht abgesehen werden – Instandsetzung oder Kannibalisierung.

Hans Uwe Mergener

Neuigkeiten verwandter Themen