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Die Panzerlehrbrigade 9 in Munster hat die ersten 29 von 84 bestellten Enduros BMW F 850 GS für die Neuausstattung der Kradmelder erhalten. Nach der dringenden Anforderung Ende 2018 sind nur dreieinhalb Monate bis zur Auslieferung der ersten Maschinen vergangen. Ein Grund dafür ist, dass die BwFuhrparkService, die die Motorräder der Truppe bereitstellt, marktverfügbare Produkte nach flexibleren Verfahren beschaffen kann, wie das BAAINBw. Dabei konnte auf aufwendige und langwierige Entwicklung verzichtet werden.

Die neuen Motorräder sollen die Führungsfähigkeit der schnellen Eingreiftruppe der NATO (VJTF) erhöhen, in dem sie u.a. als mobiles Meldemittel bei Truppenmärschen eingesetzt werden. Soldaten werden auf den Motorrädern als Krad-Melder eingesetzt. Sie sichern und kontrollieren die Verbindung von Truppenteilen auf einem Marsch. Ist der Funk gestört, oder die digitale Verbindung ausgefallen, schließen die motorisierten Meldekräfte die Verbindungslücke.

Die unabhängigen Krad-Melder sind zudem dafür geeignet, leichtes Material wie Karten, Befehle oder Speichersticks zu transportieren. Sie können außerdem einfach als unauffällige Erkunder in der näheren Umgebung des Marschbandes aufklären.

In der Brigade soll jede Kompanie über zwei Kradmelder verfügen, die grundsätzlich im Team eingesetzt werden. Zur Ausrüstung der Kradmelder gehören neben der Maschine die Krad-Kombi, ein Helm, Nierenschutz, Rückenprotektoren und Handschuhe.

Die BMW F 850 GS wird von einem wassergekühlten zwei-Zylinder Benzinmotor mit 70 kW angetrieben. Der Kraftstoff wird elektronisch eingespritzt und das Abgas über einen Katalysator nach Euro 4 gereinigt. Von den 445 kg zulässigem Gesamtgewicht können 216 kg für Zuladung genutzt werden. ABS, Antischlupfregelung und Stabilitätskontrolle erhöhen die Fahrsicherheit.

Aufgrund der Ausführung von Fahrwerk, Bereifung und Bodenfreiheit ist das Motorrad für Straßen- wie für Geländefahrten geeignet. Die Höchstgeschwindigkeit der Serienmaschine beträgt 200 km/h. Der Tankinhalt von 15 Litern ermöglicht (je nach Fahrweise) eine Reichweite von rund 300 km.

Der Kommandeur VJTF und der Panzerlehrbrigade 9, Brigadegeneral Ullrich Spannuth, übernahm die Fahrzeuge von der BwFuhrparkservice und übergab sie an die ersten Kradmelder. Die Bedeutung dieser Materialübergabe wurde durch die Anwesenheit des Abteilungsleiters Ausrüstung im BMVg, Vizeadmiral Carsten Stawitzki, unterstrichen.

Der Mobilitätsdienstleister für die Bundeswehr, die BwFuhrparkservice, nutzte die Gelegenheit, die neuen Lkw-Typen für die VJTF und die bereits bei der NATO-Großübung Trident Juncture bewährten mobilen Werkzeugausstattungen (WSA) vorzustellen.

Gerhard Heiming

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