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Erhebliches Unbehagen dürfte dem Verteidigungsministerium der Jahresbericht des Wehrbeauftragten des Bundestages bereitet haben, den Hans-Peter Bartels (SPD) am 29. Januar vorstellte. Denn in dem mittlerweile schon 60. Jahresbericht eines Wehrbeauftragten stehen diesmal die „strukturellen Aspekte der aktuellen Bundeswehrprobleme“ im Vordergrund, nachdem sich die Finanzlage verbessert hat. So vermerkt Bartels einmal mehr die Mangelbewirtschaftung im Materialbereich und die weiter rückläufige Zahl von Neueintritten in die Bundeswehr, die 2018 den historischen Tiefstand von ca. 20.000 erreicht habe. Das Plus von 4.000 Zeit- und Berufssoldaten im vergangenen Jahr sei zum großen Teil auf die Verlängerung bestehender Zeitverträge zurückzuführen, während die Zahl neuer Bewerberinnen und Bewerber für den militärischen Dienst stetig sinke. Bartels belegt anhand einiger Beispiele die absurden Auswüchse einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Beschaffungsbürokratie selbst im Kleinen. Fazit: „Die Bundeswehr, wie ich sie im Moment erlebe, leidet an Unterbesetzung und gleichzeitig an Überorganisation. Zu viel Arbeit wird doppelt getan oder gegeneinander. Zu viel Arbeitszeit muss an schlechte Strukturen verschwendet werden.“ Von vielen Soldaten höre er: „Wir verwalten uns zu Tode.“ Bartels rät zum Benchmarking, zum Blick über den Gartenzaun. Was könne man von anderen lernen, die zu besseren Ergebnissen kommen? Warum z.B. produziere die britische Royal Air Force so viel mehr Eurofighter-Flugstunden als Deutschland? 

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