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Die Länder des Westbalkans gewinnen zunehmend an außen- und sicherheitspolitischer Relevanz. Gleich zwei Diskussionen des Hauptprogramms der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz waren den griechisch-mazedonischen und anschließend den serbisch-kosovarischen Beziehungen gewidmet. In seiner Begrüßungsrede hob Wolfgang Ischinger die beiden Premierminister Griechenlands, Alexis Tsipras, und Nordmazedoniens, Zoran Zaev, als Beispiele gelungener Diplomatie hervor: „Wir feiern … die Errungenschaft von zwei Ministerpräsidenten und ihrer Regierungen, die dem Rest der Welt und uns bewiesen haben, dass es möglich ist, den Weg der Diplomatie erfolgreich zu gehen.“ Einen Tag später wurden die Premiers von Bundesaußenminister Heiko Maas mit dem renommierten Ewald-von-Kleist-Preis für die Befriedung ihres jahrzehntelangen transnationalen Namenskonflikts geehrt.

Das jetzige Nordmazedonien ist eine der Nachfolgerepubliken des früheren Jugoslawiens und seit 1991 unabhängig. Als Staatsnamen wurde damals der Name „Republik Mazedonien“ gewählt, was auf großen Unmut in Griechenland stieß. Dieses beansprucht den Namen für seine gleichnamige nordgriechische Provinz und unterstellte Mazedonien implizit Ansprüche auf griechisches Territorium. Der Konflikt um Nordmazedonien ist historisch kulturell tief verwurzelt und emotional aufgeladen: Beide Länder und ihre Bevölkerungen erheben jeweils den Anspruch, in der historischen Nachfolge des antiken Makedonien zu stehen. Seit 2005 blockierte Griechenland daher konsequent die Aufnahme Nordmazedoniens in die NATO und in die EU.

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