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Die Region des Nahen Ostens steht schon seit Jahrzehnten im Fokus der Münchner Sicherheitskonferenz. Die Liste der Konflikte bleibt konstant lang. Die Spannungen zwischen den Akteuren sind tief und festgefahren.

Widmeten sich schon viele Redner an den ersten beiden Konferenztagen der Region, war der dritte Tag komplett für den Nahen Osten reserviert. Im Zentrum standen in diesem Jahr der Konflikt mit dem Iran und der blutige Bürgerkrieg in Syrien. Dabei wurde auch in diesem Jahr wieder sehr emotional und heftig diskutiert und die divergierenden Ansichten über die Konfliktlösung kamen überdeutlich zum Vorschein.

Verantwortungslosigkeit der Internationalen Gemeinschaft
Der Sonntagmorgen startete mit einer Debatte zwischen Vertretern von Nichtregierungsorganisationen über menschliche Sicherheit im Nahen Osten. Die Vertreter der NGO waren sich einig, dass es keine neuen internationalen Regeln für den Schutz von Menschen und insbesondere Kindern in Kriegen brauche. Allerdings müssten die bisher existierenden besser um- und durchgesetzt werden. Insbesondere Tawakkol Karman, die Vorsitzende von Women Journalists Without Chains, und Kumi Naidoo, der Generalsekretär von Amnesty International, erhoben schwerere Vorwürfe gegen die internationale Gemeinschaft. Im Nahen Osten werde es versäumt, die Menschen vor Diktatoren zu schützen, die gegen ihre eigene Bevölkerung menschenrechtswidrig vorgehen. Auch seien die westlichen Industrienationen durch ihre Waffenlieferungen für die große Zahl ziviler Opfer in der Region mitverantwortlich. Diese Vorwürfe werden durch Zahlen im Munich Security Report untermauert: Zwischen 2013 und 2017 haben die Staaten des Nahen Ostens doppelt so viel für Waffen ausgegeben wie in den fünf Jahren zuvor. Die Hauptwaffenlieferanten sind dabei die USA. Der Ton der Debatte war bisweilen aufgeregt und aggressiv.

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