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Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, kehrte zu den Anfängen dieser Veranstaltung zurück. Die erste dieser Konferenzen trat unter dem Namen Wehrkundetagung 1963 zusammen. Sie wurde damals von dem Verleger Ewald von Kleist und dem US-Senator Edward Teller aus der Taufe gehoben. Die beiden befreundeten Herren trafen sich einmal zur Faschingszeit in München. Teller fand so großen Gefallen daran, dass er das karnevalistische Treiben seinen Kollegen in Senat, Repräsentantenhaus und Administration zeigen wollte. Daraus ist die wichtigste sicherheitspolitische Tagung in Europa, vielleicht weltweit geworden. Ischinger nun trat zu Beginn und zum Ende der diesjährigen Tagung in einem blauen Hoodie mit einem nicht mehr geschlossenen Kreis von nur noch 11 goldenen Sternen auf, in Anlehnung an die Flagge der EU. Das erregte schon Stirnrunzeln. Es gilt aber: An Karneval deutet die Verkleidung doch immer mal wieder an, was der Betreffende für Ideale und Wünsche hat, manchmal unbewusst, manchmal bewusst. Ischinger wünscht sich ein funktionierendes Europa, das hat er deutlich gesagt. Und da hat er kurzerhand den Brexit schon mal vorweggenommen – und nicht das Bild der Europaflagge, die auch nach dem Brexit noch zwölf Sterne haben wird.

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