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Während zahlreiche Vertreter deutscher Unternehmen auf der IDEX 2019 in Abu Dhabi darüber den Kopf schütteln, dass sich weder Bundeswehr noch Politik auf der Messe blicken lassen, können sich die Mitwerber aus europäischen NATO-Partnerstaaten über mangelnden Rückenwind aus der Heimat nicht beklagen.

Auftrieb verspüren insbesondere britische Firmen. Wie schon auf der türkischen IDEF-Messe vor zwei Jahren stoßen sie (und nicht allein sie) in die Lücke, die deutsche Unternehmen aufgrund politischer Restriktionen hinterlassen. Am Eröffnungstag besuchte der Minister for Defence Procurement, Stuart Andrew, im Rahmen einer mehrtägigen, ihn auch nach Kuwait führenden Reise die IDEX.

In einer improvisierten Pressekonferenz am UK Pavillon, der in diesem Jahr knapp 50, zu einem erheblichen Teil auch mittelständische, Unternehmen umfasst, betonte er die enge Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Erfahrungsaustausch in der Abschreckung äußerer Bedrohungen und der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Stuart äußerte auf der Pressekonferenz auch die Zuversicht, dass der anstehende Brexit keine Auswirkungen auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von  Rüstungsunternehmen und ihre Lieferketten haben werde. Das von Rheinmetall und BAE Systems vor kurzem gegründete Joint Venture hob er als ein Muster der Kooperation in einem vielversprechenden Vorhaben hervor. Auf Spekulationen, inwieweit Großbritannien nach dem Brexit der Zufluchtsort für deutsche Unternehmen werden könnte, denen durch drastische Exportrestriktionen die wirtschaftliche Grundlage entzogen wird, wollte er sich zwar nicht einlassen. Allerdings betonte er, dass deutsche (wie auch andere) Investoren im Verteidigungsbereich stets willkommen sind.

Peter Boßdorf

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