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Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr veröffentlichte heute auf der europäischen Ausschreibungsplattform TED den Beginn des Teilnahmewettbewerbes für das STH-Programm (schwerer Transporthubschrauber) der Bundeswehr.

Insgesamt ist eine Beschaffung einer STH-Flotte von mindestens 44 und maximal 60 schweren Transporthubschraubern nebst logistischer Betreuung über einen geplanten Lieferzeitraum von acht Jahren nach Auftragssvergabe geplant.

Als potentielle Kandidaten gelten die CH-53K von LMCO und die H-47F von Boeing.

Umfang des Beschaffungsvorhabens

Der Umfang der Hubschrauberflotte ergibt sich aus der Gesamtheit der jährlichen Flugstunden für eine festgelegte und eine variable Anzahl von Luftfahrzeugen. Die festgelegte Anzahl “A” wird vom öffentlichen Auftraggeber vor dem Hintergrund von Einsatzverpflichtungen (z.B. CSAR) bestimmt. Die variable Anzahl “B” ist vom Anbieter vor dem Hintergrund einer vorgegebenen Transportmission zu kalkulieren: Volumina, Flugprofil, Umgebungsverhältnisse, Einschränkungen. Daraus ergeben sich für die Bestimmung der erforderlichen Anzahl an Luftfahrzeugen die folgenden Kalkulationsfaktoren:

(Anzahl “A” und “B”) x Besatzungsfaktoren x jährliche Flugstunden pro Besatzung im Verhältnis zur jährlichen Nutzugsrate pro Luftfahrzeug, wobei die Besatzungsfaktoren, Flugstunden und Nutzungsrate vom Auftraggeber festzulegen sind. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt geht man von einem Minimalbedarf von 44 (43 + ein Erprobungsmuster – EM) und einem Maximalbedarf von 60 (59 + 1 EM) aus. Die Lieferung des ersten STH wird drei Jahre nach Vertragsschluss gefordert, die Anfangsbefähigung (Initial Operational Capability – IOC) soll sechs Jahre nach Vertragsschluss erreicht sein, und der letzte STH soll elf Jahre nach Vertragsschluss ausgeliefert werden. Daraus ergibt sich eine Einführung ab 2023 und ein Abschluss der Beschaffungsverfahrens im Jahr 2031.

Die STH-Flotte soll in Schönewalde und Laupheim stationiert werden mit einem Erprobungsmuster bei der WTD 61 in Manching.

Insgesamt sollen im Rahmen des Vergabeverfahrens von den Anbietern neun Leistungssegmente abgedeckt werden, von denen die Plattform nur eines ausmacht:

  1. Luftfahrzeug und Missionsausstattung
  2. Luftfahrttauglichkeit
  3. Einführungsgenehmigung
  4. Erprobungsmuster
  5. Ausbildung/Training
  6. Trainingsgerät
  7. Infrastruktur
  8. Logistische Unterstützung des Betriebs
  9. Projekt- und Risikomanagement.

Die Auftragsvergabe sieht einen Vertrag für alle Leistungssegmente an einen Auftragnehmer vor, der dafür wiederum Leistungen von Unterauftragnehmern in Anspruch nehmen darf.

Waldemar Geiger und Jürgen Hensel

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