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Die für die zivile und militärische Flugsicherung verantwortliche Deutsche Flugsicherung GmbH hat zusammen mit der Wehrtechnischen Dienststelle 61 in Manching Verfahren zum Schutz des Flugverkehrs an Flughäfen vor Drohnen erprobt. Dafür sind drei Schritte notwendig: Entdecken der Drohne, Identifizieren und Planen der Abwehrmaßnahme, Abwehr.

Entdecken und Identifizieren

In Manching hatte Rheinmetall ein Drohnendetektionssystem aufgebaut. Zum Entdecken und Erkennen von Drohnen kam u.a. die rein passive Advanced automatic tracking and observation solution (AARTOS) von Aaronia zum Einsatz, das mit hochempfindlichen Empfängern Sender und Empfänger der Drohnensteuerung entdecken und lokalisieren kann.. Im Verbund mit der HF-Detektion setzt Rheinmetall Hochleistungssensoren wie Multi-Mission Nahbereichsradar, die Multisensorplattform MSP600 und den FIRST-Infrarotsensor ein.

Die Detektionsergebnisse wurden im Skymaster-System von Rheinmetall ausgewertet und die Drohnen zuverlässig erkannt. Die Ergebnisse wurden in das Phoenix-System der DFS übertragen. Stellt sich beim Datenabgleich heraus, dass eine Drohne „nicht kooperativ“ ist, sich also nicht zu erkennen gibt und der DFS mit ihren Flugdaten unbekannt ist, tritt ein Alarmplan in Kraft, der am Flughafen schnell die Wiederherstellung einer sicheren Lage gewährleisten soll. Das dabei entstandene übergreifende und lückenlose Lagebild bezeichnete Matthias Diem von Rheinmetall als großen Durchbruch.

Abwehren

Bei der Demonstration des Systems am 6. Februar 2019 in bei der WTD 61 durch die DFS und Rheinmetall wurden verschiedenste Drohnentypen per Radar detektiert und mittels elektro-optischem Sensor verifiziert. Die Skalierbarkeit des Systems wurde auch durch einen voll integrierten Jammer von Rheinmetall Waffe Munition, für eine mögliche Intervention dargestellt. Eine manuell gesteuerte Abfangdrohne wurde zielgerichtet auf eine Nicht-kooperative Drohne gesteuert. Mittels einem präzisen Netzabwurf wurde diese Drohne erfolgreich abgefangen und in einer kontrollierten Art und Weise aus der Gefahrenzone gebracht.

Eine weitere Möglichkeit ist das Aussenden von Falschsignalen, die die Navigation der Drohne stören und z.B. durch gefälschte Höhenangaben einen Absturz herbeiführen.

Bei der Abwehr von Drohnen müssen immer auch mögliche Kollateralschäden betrachtet werden. Allein schon die abstürzende Drohne kann hohe Schäden verursachen. Solche Betrachtungen haben in Großbritannien zur tagelangen Sperrung von Flughäfen geführt. Eine sichere Neutralisierung der Drohnen ist der Schlüssel zu einem Drohnenabwehrsystem, das zum Schutz von Infrastruktur eingesetzt kann, in der sich Menschen ständig aufhalten.

Gerhard Heiming

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