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Am 08.02.2019 hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr einen Teilnahmewettbewerb zur Modernisierung der 120-mm-Mörserpatrone DM 61 gestartet.

Neben der bereits laufenden Modernisierung (in Form der Umlaborierung der Grund- und Treibladung) der Mörsermunition (ES&T berichtete erstmal 2016) soll in diesem Fall der, seit dem Schießunfällen 2018 (ES&T berichtete im Juli 2018) gesperrte Annährungszünder PPD 324 modifiziert werden. Am Ende der Modifikation soll der Zünder nur noch in seiner Zweitfunktion als Aufschlagszünder verwendet werden können.

Unter anderem muss der Bewerber für diesen Auftrag gemäß den Ausschreibungskriterien „ in der Lage sein, die Handhabung und mechanische Modifikation (Anbohren) von nicht inerten Zündern für Mörsersprengpatronen sicherzustellen“. Gut informierten Kreisen nach, soll die Modifikation eine Stilllegung des Windrades beinhalten, welches für die Stromerzeugung des Zünders notwendig ist.

Funktionsweise PPD 324 in der Funktion als Annährungszünder:

  1. Verschuss der Mörserpatrone.
  2. Luftstrom um die Patrone bringt das innen-liegende Windrad zum Kreisen.
  3. Das kreisende Windrad erzeugt Strom.
  4. Der Zünder nutzt den Strom um Funksignale nach dem Doppler-Prinzip auszusenden und zu empfangen.
  5. Im Endanflug der Patrone werden die ausgesandten Funksignale vom Boden reflektiert.
  6. Der Zünder nutzt die reflektierten Signale zur Abstandsbestimmung zum Boden.
  7. Wenn der eingestellte Abstand zum Boden erreicht ist detoniert der Zünder die Mörserpatrone.

Waldemar Geiger

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