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Eines der großen Rüstungsprogramme der U.S. Army in der nahen Zukunft ist der Ersatz des in die Jahre gekommenen Schützenpanzers Bradley, der mit fast 7.000 Stück in einem Dutzend Varianten beginnend in den 1980er Jahren in die Truppe eingeführt wurde. Bei der Jahrestagung der AUSA hat Rheinmetall zusammen mit seinem Partner Raytheon das Kampffahrzeug Lynx KF41 der U.S. Army und dem Fachpublikum als möglichen Nachfolger vorgestellt.

In der Partnerschaft ist Rheinmetall für den fahrzeugtechnischen Anteil mit Wanne, Fahrgestell, Antrieb, Besatzungskabine und Turm zuständig, während Raytheon u.a. Sensoren, Waffen, das aktive Schutzsystem Quick Kill und das unbemannte Flugsystem (UAS) Coyote einbringt und die Systemintegration übernimmt. Die Produktion wird in den USA stattfinden.

Beim Lynx ermöglicht bewährte Technik in modularer Konfiguration die kostengünstige Realisierung eines großen Spektrums an militärischen Forderungen. Dafür steht eine freie Nutzlast von 18 t zur Verfügung. Für den Antrieb hat Rheinmetall einen 850-kW-Dieselmotor von Liebherr in Verbindung mit einem Renk-Getriebe ausgewählt. Der Lance 2.0-Turm mit 35-mm-Maschinenkanone trägt an der Außenseite Missionspods, aus denen Raketen oder Nebelmunition bzw. UAS oder elektronische Gegenmaßnahmen eingesetzt werden können. Im Innenraum können bis zu neun voll ausgerüstete Soldaten transportiert werden.

Das UAS Coyote von Raytheon ist schwarmfähig und kann mit eigenen Sensoren und Bewaffnung Ziele (z.B. UAV) selbstständig bekämpfen. Für die Panzerabwehr will Raytheon die modernisierte TOW nutzen. Für den Schutz soll der Lynx das aktive Schutzsystem Quick Kill 2.0 erhalten, das mehrfach erfolgreich demonstriert werden konnte. Nicht zuletzt soll die neueste Generation Wärmebildgerät in das Fahrzeug integriert werden.

Die U.S. Army führt das Programm unter dem Namen Next Generation Combat Vehicle-Optionally Manned Fighting Vehicle (NGCV-OMFV). Noch in diesem Monat soll die Angebotsaufforderung  herausgegeben werden, mit einer Vorlagefrist für das Angebot im Mai 2019. Es wird erwartet, dass Anfang 2020 zwei Anbieter beauftragt werden, in einer Entwicklungs- und Fertigungsphase 14 Prototypen zu bauen. Ein erster Produktionsauftrag könnte 2023 erteilt werden mit dem Ziel, das Fahrzeug ab 2026 in die Truppe einzuführen.

Rheinmetall bietet den Lynx auch in Australien an, wo er als Nachfolger des M113 ebenfalls ab 2026 verfügbar sein soll.

Gerhard Heiming

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